Wie es dazu kam !?

Als ich ungefähr 15 Jahre alt war, schenkte mir mein Bruder eine Schallplatte . Auf dem Cover  war das Selbstportrait einer wunderschönen jungen Frau, die eine rote Blume in der Hand hält. Im Hintergrund war ein Fluss und eine Stadt zu sehen, in goldenes Abendrot getaucht. Dieses Bild faszinierte mich so sehr, dass ich es stundenlang betrachten konnte, den Blick jedem Detail folgend.

Es war Joni Mitchells Schallplatte „Clouds“, die 1969 erschienen ist. Für mich war bereits als kleines Mädchen nichts schöner, als zu singen. Beim Hören der Platte fielen mir sofort die Intensität der Songs und die tiefgreifenden Texte auf und nicht zuletzt die virtuose Gesangskunst der „Allroundkünstlerin“ Joni Mitchell.

So erwuchs aus diesem Ereignis eine bis heute andauernde große Bewunderung , die sich einerseits durch eine fast vollständige Mitchell- Platten-/ CD-und Songbook-Sammlung zeigt, aber auch durch das Darbieten von einzelnen von Jonis Songs bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten.

Meine eigene Entwicklung wurde stark gefördert durch das „Nachsingen“ dieser gesanglich sehr anspruchsvollen Lieder. Ich war aber auch an jeder anderen musikalischen Herausforderung immer interessiert und sang zuerst bei einer Band, die eigene Songs komponierte. Dabei trug ich einige Texte und die Ideen zu den Gesangsmelodien bei, inspiriert, der Songwriterin nachzueifern. Die Band hieß „Ocker“ ( wie der Gründer, den ich ja später dann auch glücklicherweise heiratete ) und machte Musik, die ihrer Zeit voraus war. Aber leider, wie so häufig in der Musikszene, trennten sich die Musiker wieder. Nun sammelte ich in den unterschiedlichsten Formationen und Stilrichtungen sehr viel Erfahrung.

Es wäre jetzt wirklich zu viel, alles im Einzelnen anzuführen.

Die ganzen Jahre aber ließ mich ein Gedanke nie los: ich wollte gerne Joni Mitchells Musik live präsentieren, zumal die Gelegenheit, Joni Mitchell bei einem Konzert erleben zu dürfen nie gegeben war.

Sie selbst tritt seit Jahren nur noch äusserst selten auf, gibt höchstens noch ein paar Interviews. Für sie hat das Malen nun Priorität. Und ihre Bilder sind genau so ausdrucksstark wie ihre Musik. Sie ist einfach für mich ein Gesamtkunstwerk.

Deshalb freue ich mich nun ganz besonders, dass sich zu ihrem 70. Geburtstag am 7.11.13 die Musiker zusammengefunden haben, die meine Begeisterung teilen und bereit sind, diese anspruchsvolle Musik mit mir zusammen auf die Bühne zu bringen.

Der Reihenfolge des Kennenlernens nach nenne ich zuerst Peter und Stefan Windisch, die mit meinem Mann Martin mit insgesamt 13 Musikern die geniale Band „Fanal Rhythm Section“ bildeten und zu deren treuesten Fans ich über die ganze Zeit ihres Bestehens zählte, die ich aber bereits aus der Grundschule kenne!

Gerald Lang, der meine ersten gesanglichen Fortschritte als Frontfrau auf der Bühne als Gitarrist bei der oben genannten Band „Ocker“ miterleben durfte ( oder musste! ) und einer der ältesten Kumpels meines Mannes ist.

Halt nein, eigentlich wäre jetzt Andy Kemmer vorher zu nennen gewesen, dessen unglaublich gutes Basssolostück auf  der LP der Band „Defroster“ Martin und mich in unserem ersten gemeinsamen Urlaub den „Weg durch die Wüste“ wiesen und den ich dann persönlich zufällig im Kirchheimer Club „Krokodil“ kennenlernte und viel Spass hatte.

Und mein lieber Freund Wolfi Wolfgang Rosner, der mir den liebevollen Spitznamen „BirgyBaby“ gab und mit dem ich bei der Band „Wild Goofy“ gute Zeiten erlebte.

Allen, die diesem außergewöhnlichen Konzert beiwohnen werden, wünsche ich von Herzen einen wunderschönen Abend!

Birgitta Ocker